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FINANCIAL FORUM: Österreichs Banken sieben Jahre nach der Krise: Sind die mageren Zeiten bald vorbei?

Montag, 21. September 2015, 18.00 Uhr

Ort: OeNB, Kassensaal, 1. Stock, 1090 Wien, Otto-Wagner-Platz 3 

Die größte Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise 1929 hat auch die österreichische Bankenlandschaft ganz ordentlich durchgerüttelt und einen nicht unbeträchtlichen Teil davon aus den Angeln gehoben. Doch sieben Jahre danach sind

  • große Brocken in der Finanzmarktregulierung (Basel III, Bankenunion), u. a. mit dem Ziel, die Banken mit mehr Kapital auszustatten, in trockenen Tüchern oder zumindest in Umsetzung
  • die drei Problemfälle im österreichischen Bankensystem in Abbaubanken "verbannt" und
  • in Zentral- und Osteuropa trennt sich für die Banken, wenn auch teilweise mit Schmerzen verbunden, die Spreu vom Weizen.

Können sich die österreichischen Banken daher jetzt wieder verstärkt dem widmen, wofür sie in Wirklichkeit da sind: der effizienten Finanzierung der Wirtschaft, den nach wie vor verunsicherten Privatkunden und den neuen Herausforderungen und "Baustellen", die auf Grund radikaler Veränderungen in vielen Bereichen auf sie zukommen? Zum Beispiel, um nur einige zu nennen, den folgenden:

  • Der zunehmenden Digitalisierung aller Lebensbereiche und der damit verbundenen Notwendigkeit, bisherige Geschäftsmodelle zu transformieren oder neue aufzustellen?
  • Den weltweit agierenden IT-Giganten, die ins Bankgeschäft drängen, und den vielen FinTechs und Startups, die als "new entrants" bisherige Bankdomänen anzuknabbern versuchen?
  • Der damit verbundenen Notwendigkeit, seinerzeit für weiter erwartetes Wachstum überdimensionierte Geschäftsstellennetze weiter drastisch zurückzufahren?
  • Den durch historisch niedrige Zinsen irritierten Privatkunden, die ihre Sparguthaben mehr oder weniger wehrlos dahinschmelzen sehen?
  • Der mittelständischen Wirtschaft, die sich in einer Kreditklemme fühlt und nach anderen Finanzierungsformen sucht?
  • Dem Reputations- und Vertrauensverlust, den - obwohl man seiner Hausbank jetzt wieder vertraut - die Finanzwirtschaft insgesamt durch das Systemversagen vor ein paar Jahren hinnehmen musste?
  • Dem Spagat zwischen Personalreduktion einerseits und den jetzt deutlich schlechteren Karten im "war for talent" andererseits, um mit guten Köpfen aus dem Tief der letzten Jahre wieder herauszukommen?
  • Und - last but not least - der Notwendigkeit, sich für die Zukunft overall so gut aufzustellen, dass das Überleben mittelfristig gesichert ist?

Wenn ja, also diese Herausforderungen angenommen und die "Baustellen" beherzt angegangen werden: Könnte dann nicht auch eine positive Entwicklung in Gang kommen wie beispielsweise seinerzeit nach dem Weinskandal? Stehen der österreichischen Kreditwirtschaft somit also jetzt wieder fettere Jahre und eine Trendwende bevor? Über diese und ähnliche Fragen wird am 21. September in der Oesterreichischen Nationalbank in Kooperation mit dem WdF Wirtschaftsforum der Führungskräfte sowie dem BMÖ Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich in einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion, moderiert von Mag. Andreas Schnauder, Ressortleiter Wirtschaft, Der Standard, diskutiert werden.